PLAYCENTRAL PREVIEW Trove

Trove: Vorschau: Kreatives kreativ kopiert?

Von Thomas Wallus - Preview vom 17.11.2013 17:01 Uhr

Am späten Freitagnachmittag verriet das US-Unternehmen Trion Worlds nach bereits relativ kurzer Wartezeit, was es mit dem neuen Spiel Trove auf sich hat, das in den Tagen zuvor erstmals von sich reden machte. Der Start der offiziellen Webseite und die Veröffentlichung eines ersten Trailers zeugen seither von einem Produkt, das nicht unbedingt zum bisherigen Beuteschema von Trion Worlds passt. Statt komplexer und grafisch aufpolierter 3D-Welten bietet Trove ein kreatives Umfeld für Abenteurer, das sich mit Hits wie Minecraft oder Cube World vergleichen lassen muss. In unserer ersten Vorschau zu Trove arbeiten wir daher nicht nur die grundlegenden Fakten zum Onlinespiel ab, sondern füttern auch die Gegenüberstellung zu den besagten Indie-Hits.

Das schwere Vorurteil

Was auch immer in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren mit Trove geschehen wird – ein Problem wird Trion Worlds so schnell nicht los werden. Der Vorwurf, sich an den Erfolgen von Minecraft oder Cube World bedient zu haben, steht einfach im Raum. Daher durfte man am Freitag ein wahrlich seltenes Phänomen beobachten, das sich im Zusammenhang mit der Ausstrahlung des ersten Trailers zum Spiel ereignete. So hagelte es für den Enthüllungs-Trailer nicht massenhaft Likes auf YouTube. Nur etwa 60 Prozent der Bewertenden zeigen sich von Trove überzeugt, wohingegen der Rest Zweifel hervor bringt. Das Urteil fiele für das Konzept einer kreativen Welt mit Abenteuer-Charakter sicherlich anders aus, wenn Cube World niemals das Licht der Welt erblickt hätte. Umso schwerer wird man es haben, mit dem Neuling zu punkten. Letztlich heißt es aber auch hier: Hätten nicht alle diese Wertungen kommen sehen müssen?

Man wird sich durchaus bewusst sein, worauf man sich da eingelassen hat. Elf Entwickler, so viele Menschen arbeiten mittlerweile an Trove, nachdem es zu Beginn lediglich zwei Mitarbeiter waren, nehmen sich dieser Herausforderung immerhin mit dem nötigen Ernst an. Das Team, das sich damals von der Entwicklung von RIFT abgekoppelt hat, macht auch gar keinen Hehl daraus, dass sie sich Produkte wie Minecraft, Cube World oder LEGO als Vorbild heranziehen, um Inspiration zu schöpfen. Von einer blanken Kopie will aber auch hier niemand sprechen. Doch das wollte The War Z, heute besser bekannt als Infestation, nach dem Erfolg von DayZ auch nicht. Man muss sich also von mancher Marketing-Parole nicht zwangsläufig blenden lassen. Die Mischung aus automatisch generierten Zonen und selbst erstellten Inhalten riecht immerhin schwer nach Einfallslosigkeit.

Entwickler, Spieler und Presse werden aber auch mit diesem Fazit leben können, sofern das Studio seine Aufgaben mit Bravour meistert. Zumindest die Spieler sollten trotz getrübtem Ersteindruck zu überzeugen sein, denn die Community will man in besonderem Maße am zukünftigen Kurs von Trove teilhaben lassen. Schon heute startet man den Austausch auf Reddit, Facebook und Twitter, um Wünsche einzufangen und diese frühzeitig umzusetzen. Bereits in wenigen Wochen soll die Alpha von Trove ohne NDA durchstarten, um diesen Austausch weiter zu beflügeln. Nach diversen Test-Phasen wird Trove dann eines Tages als Free-2-Play-Produkt erscheinen und dabei im Shop kosmetische Produkte verkaufen. Zutritt erhalten dann aber vorerst PC-Spieler. Am wahrscheinlichsten ist ansonsten noch eine Mac-Variante. Next-Gen-Konsolen und die Steam Box sind immerhin ebenfalls im Gespräch – Ende ungewiss.

Abenteuer in einer kantigen Welt

Anders als es bei den möglicherweise unterstützten Plattformen der Fall ist, herrscht Einigkeit bei der spielerischen Ausrichtung von Trove. Hier hat man sich sogleich drei Säulen einfallen lassen: Abenteuer, Erkundung und Gestaltung. Will man sich über die Features von Trove informieren, so orientiert man sich idealerweise sogleich an diesen Standbeinen.

Hinter dem Schlagwort Abenteuer verbirgt sich dabei im Grunde das Leveln in Trove. Die Weiten der kantigen Welt bieten zahlreiche Möglichkeiten, neue Erfahrungen zu sammeln. Schon an der Oberfläche locken Monster, die verprügelt werden wollen. Vor allem reich an Action sollen sie sein, die kleinen Gefechte mit Geistern, Marienkäfern und sonstigen Wesen. Eine Nummer härter geht es in Dungeons zur Sache. Selbstverständlich lauern auch hier Boshaftigkeiten aller Art. Allerdings ist man nicht dazu verdonnert, den normalen Weg durch schmale Gänge zu nehmen. Wer Lust hat, sprengt einfach die Wände und schreitet in die Tiefen voran. Da es sich bei Trove um ein Onlinespiel handelt, ist es eine Überlegung wert, ob man diese Wege nicht gar als Gruppe bestreiten möchte. Immerhin trifft man in Trove auch auf Bosse. Nur auf den Kampf gegen andere Spieler muss man verzichten, weil sich das Klötzchen-Spiel als PvE-Produkt versteht. Kleinere Spielerkämpfe will Trion Worlds aber nicht bis ans Ende aller Tage ausschließen. In Stein gemeißelt ist hingegen bereits das Vorhandensein von Quests und Missionen. Details bezüglich der Aufgabentypen bleiben bislang aber spurlos verschwunden.

Erkundung im Eiltempo

Spurlos verschwinden kann man gut und gerne auch selbst in der Spielwelt von Trove. Die Welten, deren Größe sich etwa an einer Zahl von 45 aktiven Spielern orientiert, müssen nämlich genügend Raum bieten, damit sich die Abenteurer der Erkundung hingeben können. Hier geht es natürlich um das Auskundschaften neuer Orte, wobei Spieler auf ihren Streifzügen beispielsweise Ausschau nach Truhen halten, die sich irgendwo in der Welt befinden und etwa Waffen springen lassen. Diese landen sogleich im Inventar, das sich in die Kategorien Ausrüstung, Fähigkeiten, Items und Blöcke aufteilt.

Immer neue Anreize für Erkundungstouren bietet allein die Gestaltung der Welten. Auch bei Trion Worlds kommen viele Biome zum Einsatz, deren Unterschiede sich auch an der Art der Ressourcen und Monster festmachen lassen. Unterwegs ist man dabei als eine von vielen Klassen. Den Ritter durfte man bereits in Aktion sehen. Hinter den Kulissen gehen aber scheinbar die Arbeiten an Ninjas, Cowboys mit Laserpistolen und ähnlichen Experimenten weiter. Gerade wer als Cowboy die Runde macht, will natürlich auch auf Reittiere nicht verzichten. Umgesetzt haben die Entwickler diese aber noch nicht, da nicht einmal die Alpha erreicht ist. Pläne existieren aber – dies gilt auch für reguläre Pets. Es muss in Trove logischerweise aber nicht unbedingt schädlich sein, sich ohne Reittier fortzubewegen. Denn trotz des minimalistischen Grafikstils laden einige Details das Auge zur Beobachtung ein. Ganz egal, ob es sich dabei um Schwärme von Glühwürmchen oder den Tag-Nacht-Zyklus handelt, dessen Abschnitte rund 15 Minuten umfassen.

Eines Tages gehen die Abenteuer im Onlinespiel ohnehin in einer anderen Welt weiter. Dies ist grade auch dann der Fall, wenn die vorherigen Zonen durchgespielt wurden. Trion Worlds verspricht Belohnungen für das Abschließen aller Inhalte und somit ein Alleinstellungsmerkmal, das Trove von Produkten wie Cube World oder Minecraft abhebt.

Bauen – das Highlight für Kreative

Apropos Minecraft. Über das Bauen wurde noch gar nicht gesprochen. Was soll man auch Großartiges sagen? Es geht eben um das Bauen von Bauten. Seit Minecraft keine Sensation. Den direkten Vergleich zum Hit von Mojang möchten wir an dieser Stelle aber gerne meiden. Zumindest im Bezug auf die Gemeinsamkeiten, denn Unterschiede gibt es viele. Allein die Optik von Trove stellt andere Anforderungen an die Kreativität, weil die Blöcke nicht über Texturen verfügen, sondern lediglich verschiedene Farben aufweisen oder sich in ihren Eigenschaften, etwa im Verhalten bei verschiedenen Lichteinflüssen, unterscheiden. Echtem Holz oder echtem Stein erteilt man damit eine Absage. Auch kann man sich nicht in allen Fällen sicher sein, dass das Erbaute nicht aus der Welt verschwindet, denn wie gesagt wechseln in Trove ab und an die Welten. Daher erhält jeder Spieler seinen sogenannten Cornerstone. Hier ist man sein eigener Herr über die Blöcke und kann fröhlich vor sich hinbauen. Verlässt man aber diesen sicheren Bereich, so ist es durchaus wahrscheinlich, dass Mitspieler die Bauten erweitern oder zerstören. Aber gut: Man soll ja auch zusammenspielen in so einem Onlinegame.

Auch das Bauen selbst geht leicht von der Hand und ist etwa mit dem Editor in Brick-Force vergleichbar. Blöcke können von weiterer Distanz platziert werden, wobei die benutzten Klötzchen in der Shortcut-Leiste abzulegen sind. Sie bietet Raum für eine Waffe, 3 Skills und 3 Blöcke beziehungsweise Gegenstände. Eine Aussage, wie genau das Sammeln von Ressourcen ablaufen wird oder wie sich das Crafting gestaltet, heben wir uns für die Zukunft auf. Funktioniert Trove nach dem Schema, wonach alles von der Landschaft Abgelöste gesammelt werden kann, dann dürfte kein Mangel an Blöcken bestehen. Das Werfen von Bomben erlaubt es nämlich beispielsweise, mal eben 20 Blöcke zur gleichen Zeit zu lösen.

Um etwas über andere kreative Bestandteile von Trove zu sagen, muss aber in diesem Artikel nicht gewartet werden. Dass sie Möglichkeiten schaffen wollen, um eigene Gegenstände beziehungsweise Designs ins Spiel zu bringen, beteuerten die Entwickler von Trion Worlds nämlich mehrfach. Bislang konzentriert man sich dabei darauf, Vorschläge auf Reddit und Twitter zu filtern. Für die Zukunft ist eine eigene "Pipeline" ins Spiel aber durchaus in Planung.

Ausblick: Einmal Cubecraft, bitte!

Trove hat gute Ideen und das ist, was zählt, wenn man ein Spiel erschafft, das von der Kreativität der Spieler lebt. Doch mal ehrlich: Was soll das Ganze eigentlich werden, wenn es groß ist? Trion Worlds spricht vom Erkunden, von Abenteuern und vom kreativen Bauen. Folgt man aber den Erläuterungen der Entwickler, dann scheint es, als fehle die große Vision. Möglichst früh in die Alpha zu starten und auf die Wünsche der Community einzugehen, das ist etwas wenig für ein ehrgeiziges Projekt. Der Baumodus wirkt gerade im Vergleich zu Minecraft arm an Möglichkeiten, was vor allem den nicht vorhandenen Texturen zu verdanken ist. Große Hoffnungen legen wir daher vor allem auf das Erkunden der Spielwelt. Aber bietet uns das nicht schon Cube World mit womöglich nur weniger umfangreichen Updates? Gespannt warten wir daher weiterhin, was aus Trove werden wird. Bisher fehlt uns jegliche Euphorie im Umgang mit der Neuankündigung uns es bleibt der Eindruck, hier auf eine Mixtur namens Cubecraft gestoßen zu sein. Mit Produkten wie EverQuest Landmark gibt es zumal kommende Spiele, die sich immerhin von der Optik her deutlich vom Klötzchen-Look lösen und daher schon hier innovativer wirken.

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