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Gears 5 - Kampagne und Multiplayer im Test: Mehr als nur stumpfe Popcorn-Action

Von Philipp Briel - Artikel vom 05.09.2019 - 16:20 Uhr
Gears 5 Screenshot
© Microsoft
87
Gears 5 im Test

Fazit und Wertung von Philipp Briel

Ich kenne „Gears of War“ seit dem ersten Serienteil und erinnere mich gerne an unzählige spaßige Stunden mit den Koop-Kampagnen und den Multiplayer-Modi zurück. „Gears 5“ macht genau da weiter, wo der Vorgänger aufgehört hat und bietet mehr von alldem, was Fans der Reihe seit jeher an dem Spiel lieben.

Dass sich eine Spiele-Serie mal neu erfinden und frische Ideen einfließen lassen muss, ist klar. In „Gears 5“ geht dieses Wagnis allerdings nicht vollends auf. Die emotionale Geschichte um Kait hat mir dabei noch ausgesprochen gut gefallen und präsentiert sich deutlich vielschichtiger, als ich es bislang von den Muskelprotzen gewohnt war.

Weniger gut haben mir allerdings die beiden offenen Hub-Welten zur Spielmitte gefallen. Es muss doch nicht immer alles Open-World sein. Besonders, wenn ein Spiel diesen offenen Ansatz derart leb- und anspruchslos präsentiert. Das Skiff ist zwar eine coole Idee, jedoch nutzt sich die Erkundung auf dem Fahrzeug viel zu schnell ab, weil die Welt zu wenig interessante Punkte zu bieten hat und mich noch nicht einmal gegen Feinde kämpfen lässt.

„Gears 5“ lebt wie seine Vorgänger von der recht schlauchigen Daueraction und das ist auch vollkommen in Ordnung so. Die Zwangsentschleunigung zur Mitte des Spiels hin wirkt deshalb schlicht deplatziert und hätte es in dieser Form nicht gebraucht.

Denn genau darin brilliert das Spiel und zaubert diese kernige Action auf den Bildschirm, für die ich die Reihe schätze. Das Deckungsfeature funktioniert hervorragend, die Feinde sind abwechslungsreich und die neuen Waffen haben ordentlich Wumms. Jack als neuer Support-Charakter samt leichter Rollenspielelemente passt sehr gut zum Spiel, wenngleich hier ein paar mehr Fähigkeiten wünschenswert gewesen wären.

Vor allem aus technischer Sicht markiert „Gears 5“ aber die Speerspitze dessen, was die aktuelle Konsolengeneration zu leisten in der Lage ist. Ein grafisch wie inszenatorisch beeindruckendes Actionspiel, bei dem mir aufgrund der Opulenz regelmäßig die Kinnlade herunterklappt.

Die Kampagne von „Gears 5“ bleibt also minimal hinter der Qualität des Vorgängers zurück. Trotzdem erwartet euch ein hervorragender Deckungsshooter, der in keiner gut sortierten Spielesammlung fehlen darf.

Der Multiplayer

Auch im Multiplayer macht „Gears 5“ genau da weiter, wo die Vorgänger aufgehört haben und erweitert die gelungene Action um ein motivierendes Fortschrittsystem, abwechslungsreiche Spielmodi und frische Ideen wie die Helden-Klassen.

Koop-Fans kommen mit dem altbekannten Horde-, vor allem aber mit dem gelungenen neuen Escape-Modus voll auf ihre Kosten und das Ganze auf Wunsch sogar plattformübergreifend. Ein ausgesprochen gelungenes Gesamtpaket, das für unzählige Stunden an den Bildschirm fesseln dürfte. Nur ein paar mehr Karten hätten es gerne sein dürfen. Die werden aber immerhin künftig ohne zusätzliche Kosten folgen.

Gears 5 Cenote
© Microsoft

Pro

+ Spannende und vielschichtige Handlung
+ Glaubhafte Protagonistin
+ Herausragende Deckungsmechanik
+ Exzellentes Gunplay
+ Abwechslungsreiche Kämpfe
+ Vier Schwierigkeitsgrade und Tutorial für Neulinge
+ Gelungene Mischung aus Daueraction und ruhigen Momenten
+ Splitscreen-Koop-Modus inklusive Cross-Play
+ Etliche Koop- und Versus-Multiplayermodi
+ Beeindruckende und abwechslungsreiche Umgebungen
+ Knackig scharfe Texturen
+ Fantastische Licht- und Spezialeffekte
+ Zerstörbare Umgebungen
+ Erstklassige Vertonung inklusive Dolby Atmos
+ Gelungene deutsche Sprachausgabe
+ Treibender Soundtrack
+ Abwechslungsreiche Multiplayer-Modi
+ Gelungenes Helden-System
+ Motivierende Fortschritte und Freischaltungen
+ Spannender Escape-Modus
+ Abwechslungsreiche Maps
+ Optionales Cross-Play

Contra

- Schwache Gegner-KI
- Misslungener Open-World-Ansatz mit Pacing-Problemen
- Leblose Hub-Welten
- Abruptes Finale
- Weniger Bombast-Momente als im Vorgänger
- Kämpfe laufen meist gleich ab
- Wenige Karten zum Start
- Horde-Modus wirkt trotz neuer Ideen angestaubt
- Unübersichtliches Fortschrittssystem
- Kaum spielerische Abwechslung
- Viele Anpassungsmöglichkeiten ohne spielerische Auswirkungen
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