PlayNation Test Blair Witch

Blair Witch - Atmosphärischer Horror-Trip im Hexenwald mit kleineren Fehlern

Von Philipp Briel - Test vom 02.09.2019 - 10:31 Uhr
Blair Witch Screenshot
© Bloober Team

Was tut man in Blair Witch denn überhaupt?

„Blair Witch“ ist in einem großen zusammenhängenden Gebiet angesiedelt, in dem ihr euch auf die Suche nach besagtem Kind macht.  Den Großteil der Spielzeit seid ihr mit der Erkundung der Umgebung beschäftigt. Trotz offenem Ansatz folgt ihr dabei in weiten Teilen relativ strikt einem vorgegebenen Pfad. Mal abgesehen von einigen Sammelgegenständen gaukelt der Wald den Open-World-Ansatz nur vor.

Aus der First-Person-Ansicht streift ihr durch den düsteren Wald, sucht nach Hinweisen auf den Verbleib des verschwundenen Jungen und löst kleinere Rätsel. Neben eurem Hund Bullet stehen euch lediglich ein Funkgerät, Handy und die Taschenlampe zur Seite, auf eine Waffe kann der Ex-Cop allerdings nicht zurückgreifen.

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Eure Taschenlampe ist zudem euer stärkster Helfer gegen die schemenhaft dargestellten Feinde im Spiel. An bestimmten Punkten konfrontiert euch „Blair Witch“ mit geisterhaften Gegnern, die ihr meist dreimal anleuchten müsst, bevor sie verschwinden. Gelingt euch dies nicht innerhalb des recht knapp bemessenen Zeitfensters, startet ihr am letzten Kontrollpunkt erneut. Diese sind allerdings glücklicherweise äußerst fair platziert.

Gerade in diesen intensiven Gefechten ist die ohnehin intensive Atmosphäre des Spiels am bedrohlichsten. Wenn es um euch herum im Geäst zu knacken beginnt und Bullet panisch bellend an Ort und Stelle verharrt, geht euch mächtig die Pumpe. Die relativ selten gesetzten Jumpscares in „Blair Witch“ haben es mächtig in sich. Ein paar mehr dieser Schockmomente hätten es aber schon sein dürfen.

Sag Cheese

In den meisten Rätseln greift „Blair Witch“ auf einen Videorekorder zurück, den ihr zu Beginn des Spiels findet. Nach und nach stoßt ihr auf eurer Odyssee durch den Hexenwald auf kurze Videotapes, die mehr über die Geschichte verraten.

Die Besonderheit liegt allerdings darin, dass ihr die Kassetten zurückspulen und so die reale Welt verändern könnt, wenn ihr sie an einem bestimmten Punkt pausiert. Beispielsweise stoßt ihr relativ früh über einen umgestürzten Baum, der euer Vorankommen blockiert. Spult ihr das entsprechende Video zu der Stelle zurück, an der der Baum noch steht, öffnet sich für euch der Weg.

Sonderlich anspruchsvoll sind die Rätsel allerdings zu keinem Zeitpunkt, allerdings eine kluge Herangehensweise, die in Kombination mit den fiesen Gegnern für eine unglaublich dichte Atmosphäre sorgt.

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Diese wird im Verlauf des Spiels immer intensiver, denn Protagonist Ellis wird von Flashbacks aus seiner Militärzeit geplagt, die mitunter kurzzeitig in surrealen Sequenzen die komplette Szenerie verändern und für echte Schockmomente sorgen.

Besonders bei der Vertonung leistet „Blair Witch“ ganze Arbeit. Als wäre es nicht ohnehin schon bedrohlich genug, nachts in einem stockdunklen Wald unterwegs zu sein. Lediglich begleitet vom Gebell eures Begleiters und dem heulenden Wind wählt ihr relativ schnell jeden eurer Schritte äußerst weise.

Zusammen mit der spärlich einsetzenden, aber nervenaufreibenden Musik und dem bedrohlichen Knacken im Gehölz sorgt das für ein intensives Spielgefühl. Relativ schnell habt ihr aber verstanden, dass bei jedem Musikeinsatz irgendetwas passieren wird – seien es plötzlich auftauchende Feinde oder weitere Flashbacks. So habt ihr den Horror in „Blair Witch“ schnell durchschaut, wenngleich euch die Jumpscares dennoch das eine ums andere Mal ordentlich zusetzen.

Schick anzusehen, aber nicht ohne Fehler

Aus technischer Sicht muss „Blair Witch“ leider ebenfalls ein paar Federn lassen. Immerhin wartet das Spiel mit einer gelungenen englischen Vertonung auf, die deutschen Bildschirmtexte hingegen sind leider nicht frei von Fehlern und sorgen so des Öfteren für einen Knacks in der dichten Atmosphäre.

Grafisch kann sich das Spiel allemal sehen lassen und besticht vor allem durch seine bedrohlichen Licht- und Spezialeffekte. Bei genauerer Betrachtung fallen allerdings unscharfe und detailarme Texturen ins Detail.

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Auch die Erkundung des größtenteils grau-braunen Waldes bleibt leider nicht frei von Fehlern. Regelmäßig bleibt ihr beim Erkunden – vor allem abseits des Hauptpfades – hängen und verfangt euch in einer Wurzel oder einem Baumstamm. Nur wenn ihr in die Hocke geht, könnt ihr diesen Bugs wieder entkommen.

Dies schadet dem Spielspaß zwar nicht wirklich, ein wenig mehr Feinschliff hätte dem Spiel aber gut getan. Dafür flimmert „Blair Witch“ sowohl auf dem PC als auch auf Xbox One angenehm flüssig über den Bildschirm.

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