PlayNation Test Blair Witch

Blair Witch - Atmosphärischer Horror-Trip im Hexenwald mit kleineren Fehlern

Von Philipp Briel - Test vom 02.09.2019 - 10:31 Uhr
Blair Witch Screenshot
© Bloober Team

„Blair Witch Project“ aus dem Jahr 1999 gilt als Vorreiter eines neuen Subgenres der Horror-Filme und trat einen regelrechten Boom los. Die zwei Nachfolger konnten jedoch nie an den Erfolg des Debüts anknüpfen. Mit „Blair Witch“ für PC und Xbox One wagen sich die Horror-Experten von Bloober Team jetzt an die Versoftung der ausgedachten Legende um die namensgebende Hexe. Wir haben uns in den düsteren Hexenwald begeben und nach Antworten gesucht.

Mit ihrem neuesten Werk Blair Witch nehmen sich die Genreexperten von Bloober Team dem legendären Horror-Klassiker aus dem Jahr 1999 an. Doch im Spiel bekommt ihr es nicht einfach nur mit den aufgewärmten Ereignissen der Vorlage zu tun, vielmehr erzählt der Titel eine ganz eigene Geschichte, die euch mit neuen Kniffen und Ideen das Fürchten lehren will.

Blair Witch Blair Witch Guide: So erreicht ihr alle Enden

Blair Witch – Vom Film zum Spiel

Wenn es ein Entwicklerstudio gibt, das sich der (ausgedachten) Legende um die Hexe von Blair annehmen kann, dann sind es garantiert die Polen von Bloober Team. Immerhin hat sich das Studio seit nunmehr drei Jahren voll und ganz dem Genre der Horrorspiele verschrieben.

Mit „Observer“ und „Layers of Fear 2“ haben die Macher eindrucksvoll bewiesen, dass sie ein Händchen für fiese Jumpscares und eine düstere Geschichte besitzen. Ähnliches erwartet euch auch in „Blair Witch“, das zumindest lose auf dem Gruselklassiker beruht.

„Blair Witch“ erzählt im Jahr 1996 eine eigenständige Geschichte, die mal abgesehen vom düsteren Wald in der Nähe von Burkittsville, Maryland und der Hexe von Blair nicht viel mit dem Found-Footage-Streifen gemeinsam hat.

Ihr schlüpft in die Haut des ehemaligen Polizeibeamten Ellis, der an einer Suchaktion nach einem vermissten Jungen teilnimmt. Immer an eurer Seite ist dabei euer getreuer vierbeiniger Freund, ein Hund namens Bullet.

Natürlich dauert es nicht lange, bis aus der gewöhnlichen Suche ein gefährlicher und schauriger Horrortrip wird. Aber wer sich freiwillig in einen Spuk-Wald begibt, ist letztlich doch selber schuld, oder?

© Bloober Team

Psycho-Horror mit Buddy-Feature

Wie man es von den anderen Spielen von Bloober Team gewohnt ist, verfügt auch Protagonist Ellis in „Blair Witch“ nicht unbedingt über die stabilste psychische Verfassung. Das liegt an seiner Vergangenheit, die das Spiel allerdings nur kurz anreißt.

Gleichzeitig liefert die geistige Verfassung der Hauptfigur allerdings auch eine weitere interessante Sichtweise mit sich, denn im Verlauf des knapp fünf- bis sechsstündigen Abenteuers wisst ihr oftmals nicht, welche Entdeckungen die ihr im Wald macht tatsächlich real sind und welche sich nur in eurem Kopf abspielen.

Doch irgendetwas Merkwürdiges geht in dem Wald vor sich. Während ihr euch im Verlauf der Handlung die Zusammenhänge  erst erschließen müsst, spürt euer Hund Bullet von Beginn an, das hier etwas nicht stimmt.

Der Vierbeiner dient euch in „Blair Witch“ als Bindeglied zwischen Realität und Illusion, allerdings wird ihm auch aus spielerischer Sicht eine bedeutende Rolle zuteil. Immerhin hilft euch die Fellnase beim Lösen von Rätseln oder warnt vor Gefahren. Auch eure Beziehung zu eurem Begleiter spielt eine wichtige Rolle, denn vernachlässigt ihr Bullet oder lasst ihn mit seinen Ängsten alleine, nimmt er euch dies mitunter ziemlich übel und ist fortan weniger gewillt, euch hilfreich zur Seite zu stehen.

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Gruseliges Rätselabenteuer gepaart mit Hilflosigkeit

Grundsätzlich handelt es sich bei „Blair Witch“ um ein First-Person-Erkundungsspiel. Die meiste Zeit seid ihr mit einer Taschenlampe bewaffnet damit beschäftigt, durch den Wald zu stapfen, eurem Funkgerät zu lauschen und potentiellen Hinweisen nach dem vermissten Kind nachzugehen.

Dass dies in einem finsteren, nebligen Wald voller seltsamer Geräusche nicht gerade einladend wirkt, versteht sich von selbst. Bereits in den ersten Spielminuten zaubert das Spiel eine unglaublich dichte Atmosphäre auf den Bildschirm.

Um euch herum knackt das Gehölz, der gespenstisch heulende Wind oder aufgeschreckte Vögel lassen euch ein ums andere Mal das Blut in den Adern gefrieren. „Blair Witch“ ist wahrlich nichts für zarte Gemüter.

© Bloober Team

Besonders, wenn ihr beim Folgen der Bahngleise oder Erkunden einer abgelegenen Hütte wieder einmal von Visionen heimgesucht werdet, nehmt ihr lieber die Beine in die Hand, anstatt ausufernde Fragen zu stellen.

Anders als ein „Resident Evil“, das euch mit realen Gefahren konzentriert, könnt ihr euch nie wirklich sicher sein, ob die Gruselgestalten vor euren Augen tatsächlich existieren oder nur eine Ausgeburt eurer Psyche sind. Das sorgt für eine unglaublich intensive Spielerfahrung, denn wie wir wissen spielt sich der wahre Horror doch im eigenen Kopf ab.

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