PlayNation Test RAGE 2

RAGE 2 - Blutige Shooter-Action trifft auf offene Welt - Test

Von Philipp Briel - Test vom 15.05.2019 - 10:50 Uhr
RAGE 2 Screenshot
© Bethesda Softworks

Man nehme knackige Oldschool-Schießereien wie in „DOOM“, eine Open-World wie in „Just Cause 4“ und vermenge dies mit einer gehörigen Portion Blut sowie abgedrehtem Humor, fertig ist Rage 2. Ob diese Gleichung aufgeht und wie viel Spaß das Ganze macht, klären wir in unserem Test.

Wenn sich die Shooter-Profis von id Software („Quake“, „DOOM“) mit den Open-World-Veteranen der schwedischen Avalanche Studios („Mad Max“, „Just Cause 4“) zusammenschließen, kann doch eigentlich nur etwas Gutes dabei herauskommen, oder?

In diesem Fall hört das Ergebnis auf den Namen Rage 2 und markiert den Nachfolger des postapokalyptischen Shooters aus dem Jahr 2011. Tatsächlich ist das fertige Spiel, das bei Avalanche in der schwedischen Hauptstadt Stockholm entstand, der bislang beste Titel des Studios. Frei von Fehlern und für jeden uneingeschränkt zu empfehlen, ist der Open-World-Shooter allerdings beileibe nicht.

Story? Da pfeif ich drauf!

„Rage 2“ ist ein reines Singleplayer-Spiel. Multiplayer- oder Koop-Optionen gibt es nicht. Dass dabei allerdings die Story nicht unbedingt im Fokus steht, erklärte Game Director Magnus Nedfors bei meinem Besuch bei den Entwicklern bereits vor rund einem Jahr.

Die Macher möchten bei dem Shooter reinrassige, schnörkellose Action mit einer riesigen Open World verbinden, sich dabei selbst nicht allzu ernst nehmen und mit coolen Superkräften sowie jeder Menge Blut für Spielspaß sorgen. Tatsächlich ist das auch genau das, was ihr von „Rage 2“ erwarten könnt.

Mit einer vielschichtigen, emotionalen oder gar wendungsreichen Handlung hält sich der Actiontitel nicht auf. 30 Jahre nach den Ereignissen des Vorgängers findet ihr euch in eurer Heimatbasis wieder, die kurz darauf von der eigentlich besiegt geglaubten Obrigkeit plattgemacht wird.

© Bethesda Softworks

Inmitten der blutigen Schlacht, in der mehr Körperteile (auch in der ungeschnittenen deutschen Fassung) herumgeschleudert werden als herbstliches Laub in einem Orkan, bleibt ihr in der Haut von Walker als einer der letzten überlebenden Ranger zurück.

Der wahlweise männliche oder weibliche - aber jederzeit unsympathische und langweilige - Protagonist hat fortan nur eine Mission: Der Obrigkeit und ihrem Anführer General Cross ein für alle Mal den Garaus zu machen.

Einen Innovationspreis gewinnt die Handlung von „Rage 2“ also nicht. Außerdem lässt die Story eine Menge Potential liegen, da die interessantesten und verrücktesten Charaktere nur eine unbedeutende Nebenrolle einnehmen. Auch der Oberbösewicht bleibt leider erstaunlich blass und einseitig.

Schade, denn gerade zu Beginn weckt das Spiel Erwartungen, die es dann zu keinem Zeitpunkt erfüllen kann. Von der Blut trinkenden Domina Desdemonya und manch anderer Figur hätten wir gerne deutlich mehr gesehen.

© Bethesda Softworks

Ein Wiedersehen mit alten Bekannten

Nach dem Abschluss des intensiven Tutorials entlässt euch „Rage 2“ dann endlich in die Open World, in der es ganz bei euch liegt, welche der Missionen aus den verschiedenen Handlungssträngen ihr zuerst angehen wollt. Oder ob euch der Sinn zunächst nach Chaos und Zerstörung steht.

Diese führen euch zu Charakteren, die ihr bereits aus dem Vorgänger kennt. Da wären der verrückte Doktor Kvasir, die gealterte Wingstick-Meisterin Loosum Hagar und der Anführer des Widerstandes, Captain John Marshall.

© Bethesda Softworks

Alle drei Figuren warten mit eigenen Questlinien auf, die sich zu Projekt Dagger zusammenfügen – dem ultimativen Ziel, General Cross das Handwerk zu legen. Welche Missionen ihr davon zuerst erfüllt, liegt in bester Open-World-Tradition natürlich ganz an euch.

Zudem schaltet ihr für eure drei Verbündeten eigene Talentbäume frei, in denen ihr eure Fähigkeiten nach und nach aufwerten und sogar gänzlich neue Skills erlernen könnt. Die reichen von erhöhter Munitionskapazität über schnellere Selbstheilung bis hin zu einem Multiplikator, um mehr Schaden anzurichten. Für ausreichend Beschäftigung im Ödland ist also gesorgt.

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