PlayNation Test A Plague Tale: Innocence

A Plague Tale: Innocence - Ratten: Sie sind mitten unter uns! - Test

Von Patrik Hasberg - Test vom 14.05.2019 - 12:31 Uhr
A Plague Tale: Innocence Screenshot
© Asobo Studio / Focus Home Interactive

Nachdem wir in „Days Gone“ und Co. bereits gegen riesige Zombiehorden gekämpft haben, schickt uns der französische Entwickler Asobo mit „A Plague Tale: Innocence“ ins Frankreich des 14. Jahrhunderts. Hier grassiert nicht nur die Pest samt Ratten, auch die fiese Inquisition rückt dem Spieler auf den Pelz. Ob sich das Adventure als wahre Plage entpuppt oder wir einen narrativen Leckerbissen geboten kommen, klären wir in unserem Test.

Frankreich im Jahre 1349 - sicherlich eine Zeit, in der man nicht unbedingt in Europa leben wollte. Nicht nur, dass von 1337 bis 1453 der blutige Hundertjährige Krieg zwischen England und Frankreich stattfand, im 14. Jahrhundert wütete in Europa außerdem die als Schwarzer Tod bezeichnete Pest. Zwischen 1346 und 1353 kostete die Krankheit rund 25 Millionen Menschen das Leben. Wie gut, dass wir mittlerweile in einer deutlich aufgeklärteren Welt leben, vor allem was Wissenschaft und Medizin betrifft.

In dem Adventure A Plague Tale: Innocence des französischen Entwicklers Asobo Studio wird nicht nur die verheerendste Pandemie der Weltgeschichte thematisiert, es wurden zudem riesige Rattenschwärme als zentrales Spieleelement verbaut, wie es beispielsweise die Entwickler von Bend Studio bei Days Gone oder Saber Interactive bei World War Z mit Zombiehorden umgesetzt haben. Entsprechend dürfen sich Spieler auf ein ebenso düsteres wie spannendes Kapitel der Weltgeschichte freuen – glücklicherweise aber aus sicherer Distanz vor dem eigenen Bildschirm.

Schließlich möchte man sich nicht einmal vorstellen, wie die katastrophalen Zustände in den Städten des Mittelalters tatsächlich ausgesehen haben müssen. Vor allem der bestialische Gestank der unzähligen Opfer muss derart grauenvoll gewesen sein, dass die Menschen voller Panik die Städte verlassen haben.

In „A Plague Tale: Innocence“ verfolgt zu allem Überfluss auch noch die Inquisition einen wahnsinnigen Plan, der die Welt in ein noch viel schlimmeres Chaos zu hüllen droht, das nur die junge Amicia gemeinsam mit ihrem 9-jährigen Bruder aufzuhalten vermag.

© Asobo Studio / Focus Home Interactive

Amicia de Rune

In einem solchen Setting ein noch so junges Mädchen zu steuern (Amicia ist um die 16 Jahre alt), das einer erschlagenden Übermacht gegenübersteht, ist ein cleverer Schachzug der Franzosen. Vor allem da Amicia tatsächlich nur eine Schleuder als Waffe in die Hand gelegt bekommt, mit der sie sich durch das rund 12- bis 14-stündige Adventure schießen muss.

Bereits der Beginn ist erfrischend andersartig und verspricht ein Spiel, das wir in dieser Form und mit diesem Setting bislang noch nicht zu Gesicht bekommen haben. Immer wieder verdeutlichen uns die Entwickler, dass die Protagonistin eben keine glorreiche Heldin ist, die es mit ganzen Gegnerhorden gleichzeitig aufnehmen kann. Überraschenderweise streckt in „A Plague Tale: Innocence“ also ein wirklich guter Stealth-Titel, der durch clevere Einfälle gut funktioniert und sich angenehm von anderen Genre-Kollegen abhebt. Denn mit der Zeit kann Amicia nicht nur Steine auf Gegner verschießen, sondern aus einem gut gefüllten Inventar mit verschiedenen Geschossen wählen – dank der Alchemie!

Der größte Pluspunkt ist dabei, dass das Stealth-System perfekt mit Amicias Waffen in Einklang gebracht wurde und dadurch weitreichende Möglichkeiten entstehen. Denn warum sollen wir uns als noch junges Mädchen einem gestandenen Ritter in voller Rüstung gegenüberstellen, wenn wir uns auch diversen Kniffen bedienen können?

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