PlayNation Test Luigi's Mansion

Luigi's Mansion - Schauer aus der Hosentasche

Von Yannick Arnon - Test vom 15.10.2018 - 10:02 Uhr
Luigi's Mansion Screenshot

Eine neue Nintendo-Konsole ohne passendes Mario-Hüpfspiel zum Launch? Was lange Zeit undenkbar war, wurde mit dem GameCube Realität. Nicht nur gab es statt eines Jump'n'Runs ein Action-Adventure, Mario musste auch die Rolle des Protagonisten an seinen Bruder Luigi abgeben. Rechtzeitig vor Halloween erscheint Luigi's Mansion auch für den Nintendo 3DS. Wir haben die Umsetzung natürlich bereits getestet.

Vom Klempner zum Geisterjäger

Luigi kann sein Glück gar nicht fassen, als er aus heiterem Himmel eine Villa gewinnt. Bei einer Verlosung, an der er gar nicht teilgenommen hat, wohlgemerkt. Doch aus der geplanten Einweihungsparty von Luigi's Mansion wird nichts, Mario ist nicht aufzufinden und Luigi wird von einer Gruppe von Geistern überrascht. Nur dank der Hilfe eines schrulligen Professors, der sich als I. Gidd vorstellt, gelingt die Flucht aus dem Hinterhalt. Professor Gidd war in seiner Jugend ein kompetenter Geisterjäger, ist aber mittlerweile zu alt für diesen S****ß und überlässt euch seinen Geistersauger, damit ihr die Bude auf Vordermann bringt und Mario findet.

Die Villa besteht aus einer Vielzahl an Räumen, die ihr Stück für Stück erkundet und mit deren geistreichen Bewohnern ihr kurzen Prozess macht. Mit Schreckweg 08/16 auf dem Rücken und einer Taschenlampe bewaffnet, seid ihr schon bestens ausgestattet. Ihr müsst eurerseits die Geister erschrecken, indem ihr eure Taschenlampe aus- und dann wieder anknipst, dann könnt ihr die Spukgestalten einsaugen. Jedoch erst, nachdem ihr ihre Energie aufgebraucht habt. Solange zieht ihr die Spukgestalten wie einen Fisch an der Angel in eure Richtung. Leistet ihr zu wenig Widerstand, reißen sich die Geister wieder los. In den Optionen lässt sich außerdem die Taschenlampe aus Luigi's Mansion 2 anwählen, die ihr für einen stärkeren und weiter reichenden Lichtblitz kurze Zeit aufladen dürft.

Neben Gegnern in der Standard-Ausführung gibt es zudem Mini- und vollwertige Bosse, für die ihr in die Trickkiste greifen müsst. Zum Beispiel indem ihr sie mit einem Sandsack ausknockt oder einen Geisterhund mit Knochen anlockt. Professor Gidd hat euch außerdem den Game Boy Horror mitgegeben, mit dem ihr in Kontakt mit ihm bleibt und der euch eure Umgebung scannen lässt. So lassen sich die Schwachstellen von Geistern ausfinding machen oder Luigi teilt seine Gedanken zu einem Objekt in einem kurzen Kommentar in Textform mit. Gerade die Mimik und Gestik des grünbemützten Helden, gepaart mit der Soundkulisse, sorgen auch nach mehr als 15 Jahren für schaurig-schöne Atmosphäre.

Die Übersichtskarte ist permanent auf dem unteren Screen zu sehen, leider zeigt diese nicht eure Position in Echtzeit, sondern nur in welchem Raum ihr euch gerade befindet. In Ermangelung eines zweiten Analogsticks in regulären 3DS-Geräten justiert ihr die Y-Achse des Schreckwegs mittels des Gyrosensors, alternativ wird auch das Circle Pad Pro unterstützt. Die Bewegungssteuerung ist zwar recht tauglich, ersetzt aber leider nicht die Präzision eines vollwertigen Analogsticks und lässt manche Situationen unnötig fummelig werden.

Trotz geringerer Auflösung und kantigerer Texturen hat Grezzo den Look des Originals mehr als kompetent mit zusätzlichen Effekten auf den Handheld konvertiert. Gelegentliche Änderungen an der Architektur, wie zum Beispiel in I. Gidds Galerie, werden vermutlich nur Kennern der GameCube-Version auffallen. Brandneu ist der lokale Koop-Modus, in der ein zweiter Spieler die Kontrolle über einen grün-glibbrigen Doppelgänger namens Gooigi übernimmt, der von Professor Gidd aus der Zukunft (Vielleicht aus Luigi's Mansion 3?) zu euch geschickt wurde, damit ihr ihn einem Testlauf unterzieht. Um den Koop vollständig zu nutzen, braucht ihr nicht nur zwei Vollversionen, es wird dadurch auch massiver Slowdown ausgelöst, der sofort unangenehm auffällt.

Wie schon auf dem GameCube ist Luigi's Mansion auch auf dem 3DS ein Vergnügen von recht kurzer Dauer. Die Kampagne lässt sich gut und gerne in unter zwei Stunden abschließen, wenn ihr es nicht auf eine Komplettierung von 100 Prozent anlegt. Während eures Abenteuers gesammelte Schätze verbessern euer Rating am Ende des Spiels, was minimale Veränderungen für das Ende bewirkt. Anschließend schaltet ihr die versteckte Villa frei, eine Art "Master Quest" mit diversen Veränderungen. Außerdem ist die Software mit amiibo-Figuren kompatibel, durch deren Auslesen ihr diverse Boni aktiviert und zu guter Letzt dürft ihr Bossgegner zu Rematches herausfordern.

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