PLAYCENTRAL TEST Lego Universe

Lego Universe: Stein auf Stein: Lego Universe im Test!

Von Redaktion PlayCentral - Test vom 08.11.2010 16:28 Uhr

Wer erinnert sich nicht gerne an die Tage, an denen man mit einer Kiste voll Lego und der eigenen Fantasie, die besten Geschichten erlebt hat? Das ist nun ebenfalls in einer virtuellen Welt möglich. Lego Universe, ein MMORPG der berühmten Bauklötzchen-Marke, versorgt den Spieler mit massig Steinen und einer Portion Abenteuer. Doch ob das dänische Unternehmen Lego mit dem Entwicklerteam von NetDevil (Auto Assault, Jumpgate) richtig gelegen hat, erklären wir euch im Test!

Lego setzt Fantasie frei
Das Spiel beginnt mit einer netten Intro-Sequenz die erklärt, wie die Spielwelt entstanden ist. Vier Abenteurer fliegen durch das Universum und entdecken einen viereckigen Planeten, der die mächtigste Energiequelle in der gesamten Galaxis beherbergt. Den so genannten Fantasie-Nexus, der jeden Traum in die Realität umwandelt. Allerdings hat einer der vier Abenteurer, ein argwöhnischer Zauberer mit Zylinder, nichts gutes im Sinn und wünscht sich, eine neue Welt durch Angst und Macht zu kontrollieren. Was bei solchen Gedanken herauskommt, kann man sich denken. Der Nexus spuckt eine bösartige Kreatur nach der anderen aus, welche selbst vor ihrem Schöpfer nicht halt machen und diesen in die Quelle der Fantasie ziehen. Daraufhin verwandelt sich der Fantasie Nexus in einen Maelstrom des Bösen. Der Planet kann dieser Energie nicht standhalten und alles zerberstet in Splitter von Welten. Die übrig gebliebenen Abenteurer erkennen jedoch, dass die Fantasie noch immer existiert und beschließen, ein Signal an alle Minifiguren der Galaxis zu schicken, um mit dem Wiederaufbau beginnen zu können. An dieser Stelle startet auch das virtuelle Abenteuer, dass sich der Spieler selbst "erträumt".

Forbidden-Group
Die Modelle sind grafisch recht detailliert – die Umgebung aber teilweise recht eintönig! 

Stein auf Stein, der Charakter will schnell fertig sein
Die Charaktererstellung läuft im Gegensatz zu den meisten MMORPGs kinderleicht ab. Das Aussehen der Figur ist in Frisur, Gesicht, Torso und Beine aufgeteilt. Die Wahl der einzelnen Elemente kann mittels einer Drehscheibe bestimmt werden. Haarpracht und Beine sind hierbei leider weniger vielfältig als die restlichen Kategorien. Es gibt nur eine Hose in verschiedenen Farben und nur ein paar wenige Frisuren, zwischen denen man sich entscheiden kann.

Dafür kann bei der Wahl des Oberkörpers bestimmt werden, welches Geschlecht die Figur haben soll. Zusätzlich wird eine interessante Wahl an Kleidung geboten, die mit dem Farbkasten individuell angepasst wird. Austoben kann man sich nun am Gesicht. Augenbrauen, Augen und Mund können, in einer Vielzahl von Varianten, kombiniert werden.. Zu guter Letzt wird noch ein Name ausgesucht. Dieser muss aber, um der Jugendwillen, erst noch überprüft werden und ein zusätzlicher vorläufiger Name wird aus drei frei kombinierbaren spalten gewählt. Die einzelnen Charakterklassen werden erst im weiteren Spielverlauf bestimmt. Dort stehen die Wächter Fraktion, die Paradox Fraktion, die Erbauer Fraktion und die Entdecker Fraktion zur Verfügung. Diese vier verschiedenen Parteien sind in zwei Unterklassen aufgeteilt und nach ein paar Missionen steht es dem Spieler frei, die Welt vor dem Mealstrom zu beschützen, ins Abenteuer zu stechen, um alles zu erforschen oder die Macht der Fantasie zu nutzen um beispielsweise Waffentürme zu bauen.

Ein steiniger Weg?
Natürlich warten in Lego Universe haufenweise Quests auf den Spieler. Diese bestehen ganz traditionell, aus dem Verprügeln von steinigen Gegnern oder dem Sammeln von bestimmten Gegenständen. Jedoch wird all zu oft nur in einem einzigen Satz die Aufgabe erklärt und der Spieler weiß nicht genau, wo es hingeht. Es gibt zwar einen gigantischen Lichtstrahl der das Ziel markiert, jedoch erscheint dieser oft gar nicht. Genauso mangelhaft läuft es in Kämpfen ab. Die Figur verfügt über wenige Fähigkeiten und sie lässt sich quasi nur mit einer Taste durch den Kampf steuern.

Andere Aufgaben, wie die Beschaffung von Haustieren, stellen die grauen Zellen da schon mehr auf die Probe. Jedes Tier hat eine bestimmte Vorliebe die es zu erfüllen gilt. Möchte eines dieser eckigen Wesen beispielsweise eine Schatztruhe haben, muss in einer vorgegebenen Zeit die Auswahl an Einzelteilen zusammenpassen. Ist die Aufgabe gemeistert, folgt das Pet auf Schritt und Tritt seinem neuen Herrchen und die Quest kann erfolgreich abgeschlossen werden. Leider sind es genau diese neuen Möglichkeiten, die einem manchmal den letzten Nerv rauben können, denn ab und an tauchen benötigte Bauteile gar nicht erst in der Liste auf.

Wie so oft, ist ein anderes Problem der Weg, der für eine Quest zurückgelegt werden muss. Der Protagonist baut sich zu Beginn eine Rakete mit der er von einer Welt zur Nächsten reisen kann. Dies ist aber leider die einzige Möglichkeit, weite Strecken zu überbrücken. In den einzelnen Gebieten machen die kurzen Beine der Figur dem Spieler ordentlich zu schaffen. Für Abhilfe sorgen hier nur noch Konstruktionen, die überall verstreut sind. Solche dienen, wenn man sie zusammensetzt, als Brücke oder können auf andere Weise sehr hilfreich sein. Natürlich kann nicht einfach so gebaut werden. Fantasie ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Sie lässt sich überall sammeln und ermöglicht nicht nur das Bauen von Weghilfen. Mit ihr lässt sich quasi alles kreieren – vom Kanonenturm bis hin zum X, das den Schatz markiert. Bis hierhin hat der Spieler schon ordentlich zu tun, damit ihm nicht langweilig wird.

Build-Helicopter
Das Bauen mit den bunten Steinchen steht bei Lego Universe natürlich ganz hoch im Kurs!

Falls das dennoch geschehen sollte, besitzt Lego Universe noch einige weitere Features. Es gibt einen Rennstall in dem sich die Spieler ihren eigenen Rennwagen zusammen bauen, und damit gegeneinander antreten können. In einer anderen Welt gibt es ein Minispiel in dem, mittels einer Piratenkanone, auf Schiffe, U-Boote und Seeungeheuer geschossen wird. Ein ganz besonders Feature ist jedoch der Baumodus. Im ganzen Spiel können Steine und Modelle gesammelt werden. Diese dürft ihr dann auf einem eigenen Grundstück per Erfinderhelm zusammensetzen. Wem die passenden Bausteine fehlen, der kann für Spielgeld die Richtigen kaufen, um Zeit zu sparen. Doch auch die Fantasie hat Grenzen, da leider die Größe der Bauten in Breite und Höhe begrenzt ist. Dafür könnt ihr sogar andere Grundstücke besuchen, um euch ein wenig Inspiration zu holen. Zum Schluss bleibt zu sagen, dass die Charaktere nicht im eigentlichen Sinne leveln können. Lebenspunkte, Spielgeld und das Fantasielimit können gesteigert werden, aber einen erreichbaren Level, wie in den meisten MMORPGs, gibt es nicht.

8 Bit oder Grafikkracher?
In Lego Universe steht, natürlich artgerecht, ein Stein auf dem Anderen. Und das sogar in recht ansehnlicher Weise. Die Landschaften sind bunt und sehr spielerisch dargestellt. Besonders gut gelungen sind die verschiedenen NPCs, die mit viel Liebe zum Detail dargestellt werden. Außerdem sind haufenweise Nicht-Spieler-Charaktere im Spiel vorhanden, was der Welt einen lebendigen Eindruck verleiht. Leider kann man das von der Umgebung nicht immer sagen. Bäume, Steine und andere Objekte sind oft ziemlich plump in Szene gesetzt. Genauso wie ihre Texturen, die eher wie gemalt wirken. Anders ist es mit den Dingen, die aus Lego bestehen. Diese sind mit mehr Liebe gestaltet, als der Rest der Umgebung, was natürlich nicht verwunderlich ist. Eine Abwechslung zu anderen Spielen bieten dafür die Gegner. Die kleineren Feinde bewegen sich relativ frei in ihrer Umgebung und können einem so schnell in die Quere kommen. Größere Mobs stehen leider wie angewurzelt an ihrem Platz – sind dafür aber, ohne Verstärkung, ein ernstzunehmender Gegner.

Die Sounds in Lego Universe sind nicht unbedingt abwechslungsreich, dafür aber stimmig und auf Schläge oder Sprünge angepasst. In Puncto Musik existieren unterschiedliche Melodien für die passenden Stimmungen – da gibt es dann aber auch immer das gleiche Stück auf die Ohren. Zusätzlich hat Entwickler NetDevil einen Jugendschutz ins Spiel implementiert, damit auch junge Lego-Freunde bedenkenlos zocken können. An sich ein sehr gutes Konzept, welches viele Eltern beruhigen wird. Wählt man in der Charaktererstellung seinen Namen, muss vorläufig ein anderer aus drei vorgegebenen Wörtern bezogen werden damit der eigentlich Name überprüft werden kann. Nervig wird diese Schutzfunktion allerdings, wenn sich ältere Spieler miteinander unterhalten wollen und beispielsweise den anderen Gamer in englischer Sprache fragen wollen, wo diese herkommen. Prompt kommt das Wörterbuch auf die Bildfläche und nicht mal das Wort „German" darf verwendet werden. Trotz dieser Macken wird der Spielspaß, für den echten Lego Fan, wohl kaum gebremst. Zumindest bis man zur Kasse gebeten wird. Der Preis für die Leistungen des Spiels sind in drei Zahlungsmöglichkeiten unterteilt. So kostet ein Monats Abonnement 9.99 €, sechs Monate kosten 49.99 € und das letzte Paket, für zwölf Monate, bittet den Spieler mit 89.99 € zur Kasse.

 

70
Lego Universe im Test

Fazit und Wertung von Redaktion PlayCentral

Fazit
„Träume sind Schäume" ist in Lego Universe eine Deutung, die nicht existiert. Trotz einiger Bugs und Mängel, beispielsweise beim Kampfsystem und den Umgebungen, bietet das Spiel genügend Abwechslung und trifft den Kern. Nämlich die Auslebung der eigenen Fantasie. Natürlich bietet das Spiel keine unglaublich geilen Animationen, große Schlachten oder epische Grafikschmankerl, doch wer gerne virtuell bastelt, wird damit sicherlich leben können. Das Lego Universum hat zwar hier und da noch Fehler, die mit den entsprechenden Patches ausgemerzt werden müssen, doch wird jeder Legoholic wohl bereit sein, eine Gebühr für das Spiel zu zahlen – vor allem wenn man die Preise der echten Plastiksteinchen in Betracht zieht. So ist Lego Universe den vielen Lego-Fans auf jeden Fall zu empfehlen, weil das Bauen im Vordergrund steht. Allen anderen MMO-Spielern, die lieber epische Abenteuer erleben wollen, können wir das Spiel nur bedingt ans Herz legen.

PvP-Spieler:
Nur in Minispielen vorhanden

PvE-Spieler:
Schwaches Kampfsystem, kreative Baumöglichkeiten und Minispiele

Gelegenheitsspieler:
Da kein Levelsystem oder Zwang existiert, durchaus zu empfehlen.

Solospieler:
Nur für wenige Gegner benötigt man eine Gruppe – viel Spielspaß für den Einzelnen

Technik:
Liebevolles Charakterdesign, Grafik teilweise allerdings trist

Besondere Features:
Minispiele und ein Baumodus für Erfinder

 

Pro

+Liebe zum Detail
+Viele Baumöglichkeiten
+Diverse Minispiele
+Äußerst einfache Handhabung
+Fantasievolle Stimmung

Contra

-Lange Strecken zu überwinden
-Gewöhnungsbedürftiges Questsystem
-Teilweise triste Umgebungsgrafiken
-Schwaches Kampfsystem
-Einige Bugs müssen noch behoben werden

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