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Elsword: Elsword zu Besuch im Testlabor – das Ergebnis!

Von Redaktion PlayCentral - News vom 15.01.2011 09:35 Uhr

Nach einer vergleichsweise ziemlich kurzen Betaphase erschien am 9. Dezember 2010 mit Elsword ein bunter MMO-Sidescroller aus dem Hause KOG. Anders als die meisten genretypischen Online-Rollenspiele will das actiongeladene RPG im Manga-Stil vor allem mit seinen Beat-‘em-Up Elementen punkten. Ob ihm dieses Vorhaben wirklich gelingt, hat unser Redakteur Christian „Hijuga" Liebert für euch getestet und sich auf die Suche nach den verlorenen Kristallfragmenten begeben.

Ein Stein sie alle zu binden

Elsword bietet eine ziemlich dürftige Hintergrundgeschichte. Das Land Elios wurde von der Macht des Kristalls EL fruchtbar gemacht und alle stimmte dies auf Anhieb glücklich. Die Kontrolle über den Stein hatten eine Priesterin, welche allen nur als „Els Frau" bekannt war, und ihre acht Meister. Als einer dieser Meister, der Meister der Sonne, den Stein für sich zu beanspruchen versuchte, löste er damit einen Krieg aus und EL wurde in tausende Splitter zersprengt. Das Land wurde wieder karg und nur dort, wo einer der Splitter vorliegt, ist Leben möglich. Eure Aufgabe ist es nun, euch auf die Suche nach dem Eldrit (so nennt man die Splitter) zu machen. Außerdem spuken Els Frau und der Meister der Sonne auch noch irgendwo umher.
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Elsword: Auch die gleichnamige Klasse lädt zum Kampf in der bunten Welt!

Auch wenn der Text auf der Homepage des Spiels sehr schön geschrieben ist – dies ändert nichts an der Tatsache, dass Elsword keine wirkliche Hintergrundstory hat. Der Spieler landet in einer Welt, auf die kaum eingegangen wird und die er demnach nicht kennt oder kennenlernt. Man wird quasi einfach in eine laufende Handlung geworfen, als ob man eine Serie erst ab der dritten Folge beginnt. Gerade für Rollenspieler ist das ziemlich unbefriedigend.

Feste Helden

Die meisten kostenlosen MMORPGs haben das Problem, dass sie einem nur eine dürftige Auswahl an Gesichtern, Frisuren und Farben bieten. Bei Elsword ist es noch viel schlimmer. Ihr habt die Wahl zwischen drei Figuren, die auch gleichzeitig eine Klasse symbolisieren. Eine regelrechte Katastrophe. Denn da hätten wir Elsword, den Schwertkämpfer; Aisha, die Magierin; und Rena, die Bogenschützin.

Außer eurem Namen könnt ihr nichts, aber auch gar nichts, im Vorfeld anpassen. Man muss sogar das vorgegebene Geschlecht akzeptieren. Das ist einfach nur ungenügend. Ein Online-Rollenspiel lebt davon, dass man sein digitales Alter-Ego nach seinen Wünschen anpassen kann. Bei Elsword bekommt man einfach nur einen vorgefertigten Charakter vorgesetzt und muss mit diesem leben. Das bedeutet vor allem auch, dass jeder Spieler gleich aussieht. Nur wenn ihr das nötige Kleingeld habt, könnt ihr euch ein paar Veränderungen im Item-Shop kaufen. Das ist aber nicht wirklich im Sinne von free-2-play.

Einziger Vorteil dieser extrem schwachen Charaktererstellung ist die Tatsache, dass jeder der drei Avatare eine persönliche Geschichte hat, die ihr erleben könnt. Elsword steht zum Beispiel im Schatten seiner sehr starken Schwester und ist damit der absolute Draufgänger. Er will irgendwann der Anführer eines Suchtrupps werden. Aisha war mal eine mächtige Magierin, die aber leider einen Großteil ihrer Kraft verloren hat. Ihr Ziel ist es, diese wiederzugewinnen, indem sie ihrem mächtigen Ring würdig wird. Rena ist eine Elfin, die im Auftrag ihres Volkes unterwegs ist, um den Baum des Lichts zu finden und da mal nach dem Rechten zu schauen (Originalwortwahl!). Okay, man muss hier zugeben, dass die Charaktergeschichte ein bisschen die dünne Hintergrundgeschichte rettet und etwas Rollenspielfeeling erzeugt. Allerdings nur für jüngere Spieler.

Jede der drei Klassen kann sich letztlich als weitere Möglichkeit zur Individualisierung mittels Berufsquests noch für eine von zwei Laufbahnen mit jeweils zwei Klassenupgrades entscheiden. In der koreanischen und japanischen Spielversion sind auch bereits zwei weitere Charaktere implementiert. Raven und Eve sind in der deutschen Version aber noch nicht enthalten. Diese und einige andere folgen wohl in den nächsten Monaten.

Street Fighter meets Rollenspiel

Nach diesen beiden starken Kritikpunkten am Spiel kommen wir mal zu einer der absoluten Besonderheiten: die Steuerung. Grundsätzlich muss man hier sagen, dass der 2D/3D Sidescroll-MMO-Mix sehr gewöhnungsbedürftig ist. Zwei Marschrichtungen geben den Ton an: entweder vorwärts oder rückwärts. Springen ist ebenfalls möglich. Durch doppeltes Drücken der Richtungstasten kann man zudem rennen.

Dadurch ist eine freie Bewegung praktisch unmöglich, aber die braucht ein Sidescroller auch nicht zwingend. Wer also gerne fröhlich durch die Welt hüpft, wird hier wenig Spaß haben. Eine Erkundungstour ist dadurch nämlich nicht besonders vielfältig. Außerdem fehlt es nahezu an freien Arealen außerhalb der Städte. Das Spiel ist sehr steril und derart aufgebaut, dass ihr praktisch einem vorgegebenen Weg folgt.

Die Kämpfe gestalten sich dadurch hingegen sehr spaßig. Anstatt einen Gegner anzuklicken, lauft ihr einfach gerade aus und hämmert auf eure Schlagtasten. Davon habt ihr auch nur zwei, nämlich Y und X. Auch die Combo-Moves aktiviert ihr über diverse Tastenkombinationen. Gerade für Liebhaber von Spielen wie Street-Fighter oder Tekken ist dies extrem cool und setzt in späteren Kämpfen, vor allem Spieler-Gegen-Spieler Situationen, eine gewisse Fingerfertigkeit voraus. Ob einem so was nun gefällt, muss man für sich selber entscheiden. Das Spiel ist als Beat-‘em-Up ausgeschrieben. Daher ist dieses System völlig in Ordnung so.
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Die gewöhnungsbedürftige Steuerung passt perfekt zum Sidescroller!

Wer jedoch glaubt, dass ihm das Spielsystem zu kompliziert erscheint, der kann beruhigt sein. In Sachen Einsteigerfreundlichkeit kann Elsword sehr gut punkten. Man kommt ziemlich fix in die Steuerung rein und es wird einem das Meiste gut erklärt. Wer dennoch ein paar Fragen hat, findet ein sehr umfassendes Tutorial auf der Homepage oder im Spiel selber.

Schema 0815: Fertigkeiten

Mit aufsteigendem Level bekommt man jeweils zwei Skillpunkte, die man in seinem Talentbaum verteilen kann, zugesprochen. Dadurch erlernt man dann auch seine Fähigkeiten. Lehrer gibt es keine. Mit der Verteilung sollte man allerdings vorsichtig sein, da spätere Änderungen sehr teuer werden können. Wer einmal komplett Neuverteilen will, muss ca. zwölf Euro löhnen.

Den Stufenaufstieg bekommt man auf klassische Weise durch das Töten von Monstern und das Erfüllen von Quests. Auch durch PvP bekommt man ein wenig Erfahrung, allerdings zu wenig um intensiv damit zu leveln. Wer zusätzlich noch ein paar Punkte an Erfahrung bekommen will, sollte sich einen hochrangigen Spieler als „Lehrer" suchen. So bekommt man mehr EP, wenn beide Spieler gleichzeitig online sind. Die Levelgrenze beträgt derzeit Stufe 35.

Geschlossene Gesellschaft

Als ob die fehlenden Möglichkeiten zur Entdeckung der Welt nicht schon hart genug seien, sind auch noch sämtliche Gebiete instanziert und es gibt keine offene Welt. Entweder seid ihr in einer der Städte, im Außengebiet, welches quasi der Wartesaal für die Dungeons ist, oder in einem der Dungeons unterwegs. Da die meisten Quests in den Dungeons stattfinden, sieht euer Alltag also so aus, dass ihr euch ins Außengebiet stellt und eine Gruppe über das einfache Dungeonsystem eröffnet. Haben sich genügend Spieler eingeklinkt, kann der Lauf auch schon beginnen. Im Allgemeinen sind diese aber sehr einfach, sodass man sie mit etwas Erfahrung und entsprechender Ausrüstung auch alleine machen kann.

Leveln außerhalb der Dungeons ist nicht möglich, was sehr schade ist. Zwar bekommt man für PvP-Kämpfe auch ein bisschen Erfahrung, aber hier auch nur sehr wenig.

Warum selber arbeiten?

Das Crafting-System von Elsword ist sehr simpel gehalten und nichts für Berufsliebhaber. Hergestellt werden kann nur bei Alchemisten-NPCs. Spieler selber können keine Spezifikation erlernen oder ausbilden. Jeder kann alles herstellen lassen, wenn man die nötigen Materialien hat. Die Stufe der herstellbaren Gegenstände richtet sich nach dem Level der Stadt. Da man immer eine gewisse Menge an Erfahrungspunkten erreicht haben muss, um in eine höhere Stadt zu kommen, definiert sich hierdurch auch eine Art Berufslevel.

Auch in Elsword kann man seine bereits erbeuteten Gegenstände noch zusätzlich verbessern. Hierfür gibt es dann spezielle Upgradesteine, welche euer Item aufwerten. Allerdings sollte man vorsichtig sein, da der Gegenstand dadurch auch zerstört werden kann! Je nach Grad sinkt die Chance auf eine erfolgreiche Aufwertung. Später im Spiel hat man auch noch die Möglichkeit, seine Waffe mit Eldrit-Stücken zu sockeln und somit gewisse Werte zu verbessern.  

Kräftemessen!

Die ungewöhnliche Steuerung macht das PvP in Elsword sehr spaßig. Wer nicht gerade auf Burgenschlachten und Massenmetzeln steht, kommt hier auch voll auf seine Kosten. Mittels PvP-NPCs kann man einen Raum für bis zu acht Spieler erstellen. Als PvP-Modi hat man die Wahl zwischen Jeder gegen Jeden, Team-Deathmatch und Team-Match. Außerdem kann man einstellen, ob es während der Schlacht diverse Buffs, die man in seine Taktik einfließen lassen kann, geben soll.

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In den Städten geht es etwas ruhiger zu als im spaßigen PvP!

Auch wenn das Spieler-Gegen-Spieler-System von Elsword nicht mit dem der großen PvP-MMOs mithalten kann, macht es gerade durch die actionorientierte Steuerung dennoch sehr viel Spaß und ist wohl mit das schönste Feature am Spiel.

Marktschreier gesucht!

Das Handelssystem in Elsword ist etwas nervenaufreibend gestaltet. Anstatt auf die moderne Variante eines Auktionshauses zurückzugreifen, hat jeder Spieler die Möglichkeit, einen eigenen Shop zu eröffnen. Und nein, damit meine ich kein Housing! Ähnlich wie in etwas älteren Titeln setzt man sich hin und ist anklickbar. Nun können Spieler eure Waren kaufen. Wer gerne etwas mehr verkaufen möchte, muss vorher einen Gutschein im Item-Shop erwerben. Wem das Ablatschen der einzelnen Spieler zu zeitaufwendig ist, kann auch auf das Scoreboard zurückgreifen, welches diese Aufgabe dann für euch übernimmt.

Technik

Die bunte Comicgrafik ist nicht gerade aktuell und etwas Kantenglättung hätte dem Spiel sicherlich auch nicht geschadet. Die Umgebung sowie die Charakteranimationen sind ziemlich trist. Doch die Texturen haben einen großen Wiedererkennungswert. Das Spiel ist durchgehend im Anime-Look gehalten und für Freunde dieses Genres sicherlich ganz nett. Fans moderner 3D-Animationen werden hier wahrscheinlich Augenkrebs bekommen.

Die „Cutscenes" der Skills sind die ersten paar Mal noch ganz erfrischend, nerven aber auf Dauer. Vor allem, wenn mehrmals der gleiche Charakter in einer Gruppe vertreten ist und man die Animation doppelt und dreifach hintereinander miterleben darf.

Einige Dialoge und Aktionen sind auf Deutsch vertont, was ziemlich cool ist. Dafür ist die Musik, welche mehr an ein Beachvolleyball Spiel erinnert, nach einiger Zeit sehr langweilig.

Immerhin kann man so Elsword noch auf dem Uralt-PC spielen. Das Spiel benötigt lediglich 256 Megabyte Arbeitsspeicher, eine 32 MB Grafikkarte, Windows 2000 oder höher und einen 800 Megahertz Prozessor. Damit dürfte Elsword wohl in der Kategorie „Welches aktuelle Online-Rollenspiel benötigt am wenigsten Ressourcen?" ganz weit oben stehen.

Item-Shop

Wie die meisten „Gratis-MMOs" finanziert sich auch Elsword durch einen Item-Shop. Um hier einzukaufen, müsst ihr gegen echtes Geld die sogenannten EL-Coins erwerben. Im Shop findet man dann das typische Arsenal eines modernen free-2-play Spiels. Erfahrungstränke, Charakterslots, Taschen, Upgradehilfen, verschiedene Skins und sogar vollständige Rüstungen bzw. Waffen. Der Preis für 500 EL-Coins liegt bei ca. 5 Euro.

Anders als in vielen Online-Games haben zahlreiche Gegenstände nur eine beschränkte Lebensdauer. Der Preis variiert natürlich je nach Verfallsdatum. Allerdings ist es bisher noch nicht Pflicht, hier zu kaufen und man kommt auch ohne Item-Shop gut über die Runden. Item-Shop Gegenstände sind nicht handelbar!

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Elsword im Test

Fazit und Wertung von Redaktion PlayCentral

Fazit

Es ist wirklich sehr schwer, dieses Spiel einzuschätzen. Für zwischendurch ist Elsword vor allem durch seine Arcade-Steuerung sehr lustig. Allerdings gehört schon ein gewisses Interesse für das Sidescrolling-Genre dazu, um intensiv am Ball zu bleiben. Anime-Fans kommen bei der Grafik voll auf ihre Kosten, während der Rest sich wohl erst mit der kunterbunten Welt anfreunden muss. Sidescroller Fans werden Elsword sicherlich lieben. Liebhaber des klassichen MMO-Stils wohl eher weniger. Man kann Elsword derzeit noch nicht als vollwertiges Online-Rollenspiel sehen. Gerade elementare Dinge wie eine individuelle Charaktererstellung, eine frei begehbare Welt, ausgeprägtes Crafting und Gruppenspiel sind noch nicht vollwertig vorhanden. Was einem Gameforge 4D und KOG bisher bieten ist, allenfalls ein besseres Browsergame. Man kann sicherlich so manch lustigen Abend mit dem Spiel verbringen. Auf Dauer ist es aber zu anspruchslos.

PvE-Spieler:

Viele Dungeons, allerdings kaum Gruppenanspruch. Langweilige Quests. Für Erkunder nicht geeignet.

PvP-Spieler:

Drei verschiedene Modi. Durch die Steuerung extrem spaßig.

Crafting:

Sehr unausgereift, da es keine Berufe gibt, sondern NPCs, die für einen craften. Für Berufsliebhaber nicht geeignet.

Gelegenheits- / Solospieler:

Die meisten Dungeons sind alleine schaffbar. Für Gelegenheits- und Solospieler sehr geeignet, da man fast alles ohne Gruppe machen kann.

Besondere Features:

Gewitzte Steuerung, die an alte Arcade-Maschienen und Beat-‘em-Ups erinnert.

Pro

+Kampfsystem im Arcade-Stil
+teilweise vertonte Dialoge
+lustiges PvP

Contra

-schlechte Charaktererstellung
-Welt nicht frei begehbar
-kein richtiges Crafting
-Grafik ziemlich kantig
-kaum Gruppenanspruch
-Items mit beschränkter Laufzeit
-trostloser Soundtrack

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