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PlayStation Now - Spiele per Cloudtechnologie: Ist das Gaming oder kann das weg?

Von Cynthia Weißflog - Test vom 20.11.2019 - 08:02 Uhr
PlayStation Now Screenshot
© Sony Interactive Entertainment

Die Vorteile von PS Now

Insgesamt war ich mit dem Cloud-Gaming-Dienst wirklich zufrieden, immerhin bietet PS Now eine schier endlose Auswahl an Spielen, auf die wir jederzeit zugreifen können, ohne uns jeden einzelnen Titel in physischer oder digitaler Version separat anschaffen zu müssen. Wenn man dann noch problemlos längst vergangene Konsolentitel von PS2 oder PS3 spielen kann, schlägt sogar das Nostalgieherz höher.

Auch kann man den Service wunderbar dafür nutzen, um herauszufinden welche Games tatsächlich zu einem passen oder welche unentdeckten Leidenschaften in einem schlummern. Kurzum: Spielern eröffnen sich für einen inzwischen wirklich geringen Kostenaufwand unschlagbar viele Optionen.

Solltet ihr euch nach einer Spielsession dennoch für den Kauf eines bestimmten Titels entscheiden, ist auch das kein Problem, denn eure bis dahin gesammelten Trophäen sowie eure erstellten Speicherstände sind per Cloud-Speicher einfach übertragbar. Ihr müsst also keine Verluste in Kauf nehmen, solltet ihr euch einmal gegen das Abo entscheiden oder das entsprechende Spiel aus der PS Now-Bibliothek fliegen.

PlayStation Now Trailer
© Sony Interactive Entertainment

Die Nachteile von PS Now

Wie bereits angesprochen blieb ich während meiner Testzeit dennoch nicht von den üblichen PlayStation-Problemen verschont. Lange Ladezeiten der PS Now-Anwendung oder eine traurig langsame Download-Geschwindigkeit trotz 100k-Leitung lässt den Cloud-Gaming-Dienst nicht gerade heroisch dastehen. Das ist tatsächlich schade, denn das Streaming selbst läuft wirklich nahezu ruckelfrei, selbst bei aufwendigeren Spielen, auch wenn diese in der 720p-Auflösung nicht gerade elegant aussehen oder ihr ganzes Potenzial entfalten können.

Zudem würde ich trotz flüssiger Streaming-Qualität nicht auf eine einhundertprozentige Gleichberechtigung in kompetitiven Spielen setzen. Hierbei würde ich dann doch, falls möglich, auf die Download-Variante setzen oder mir den Vollpreistitel gönnen – unabhängig von einem zeitlichen Limit. Denn ich bin es gewohnt ein Spiel häufiger nur für einige Stunden anzuspielen, um dann erst nach ein paar Monaten vollends darauf zurückzukommen. Überschreitet man dabei die drei Monate des Rotationsprinzips, hat man eben Pech gehabt – wer zu spät kommt, den bestraft nun mal das Leben.

Es ist kompliziert …

Die Stärken von PS Now sind demnach gleichzeitig seine Schwächen, denn obwohl die Auswahl riesig und die Freiheit vermeintlich grenzenlos ist, so ist sie es doch nicht. Es ist etwas anderes ein Spiel innerhalb eines Abonnements zu streamen, als es wahrhaftig zu besitzen. Ist man im Besitz eines Spiels, so ist man zeitlich unabhängiger, auch von möglicherweise überlasteten Sony-Servern an Wochenenden, kann darauf zurückgreifen, wann immer man mag, auch offline und verspürt so keinen Druck dem Abo nachzukommen, wenn man es denn schon einmal bezahl hat.

PlayStation Now Trailer
© Sony Interactive Entertainment

Hier folgt das große Aber: Der Luxus auf so viele Inhalte zugreifen zu können, ohne sie als Vollpreistitel kaufen zu müssen oder gegebenenfalls einfach abzubrechen, wenn sie einem nicht die erwartete Freude bringen, mit der man bei einem Kauf gerechnet hatte, ist wiederum vollendete Freiheit. Gerade in Hinblick auf den immer größer werdenden Pile-of-Shame, in dem sich immer mehr ungespielter Spieleunrat anhäuft, ist PS Now ein gutes System zur Vermeidung eines solchen Haufens, ohne schlechtes Gewissen und Ärger über das dort hineingeflossene Geld.

Dennoch fällt es uns schwer das Streamen von Spielen als ebenso reizvoll zu empfinden wie das Streamen von Filmen oder Serien. Denn es macht einen deutlichen Unterschied, einen Film oder eine Serie auf Netflix und Co. anzuwerfen oder ein Spiel zu streamen – wir würden es hierbei wohl auf das Wörtchen „Interaktiv“ reduzieren. Es sind viele zusätzliche Faktoren beim Spielen eines Games relevant, wie die Steuerung, ein Speicherstand, die differenzierte Grafik oder das allgemeine Gameplay, die Cloud-Gaming wesentlich komplexer gestalten als das Start- und Pause-Knöpfchen in einer Amazon Prime Video-Folge.

Aktuell scheint Cloud-Gaming deshalb wahrscheinlich weiterhin eher etwas für hartgesottene oder nostalgieverliebte Gamer zu sein, die die Vielfalt, den Umfang und die Flexibilität des PS Now-Abos zu schätzen und für sich zu nutzen wissen. Experimentierfreudige und Sparfüchse können darin ebenso ihre Freude finden, denn trotz der genannten Einschränkungen lohnt sich das vielfältige, günstige Abonnement, ohne Frage. Casual Gamer und Menschen mit wenig Zeit fühlen sich von dem PlayStation Plus-Angebot dagegen wahrscheinlich eher erschlagen oder unter Druck gesetzt und setzten nicht zu Unrecht auf Qualität über Quantität.

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