PlayCentral Artikel Star Wars Episode 8: Die letzten Jedi

Star Wars Episode 8: Die letzten Jedi - Die lang ersehnte Fortsetzung?

Von Yannick Arnon - Filmkritik vom 19.12.2017 - 15:40 Uhr
Star Wars Episode 8: Die letzten Jedi Screenshot

Der Stoff, aus dem Legenden gemacht sind

Visuell lebte Star Wars schon immer von seinen abwechslungsreichen Settings. Die letzten Jedi kann damit nicht mithalten und wirkt in seiner Machart fast schon klaustrophobisch, was die Schauplätze angeht. Die bereits erwähnte Mission von Finn und Rose vermittelt deswegen umso mehr den Eindruck, dass man noch eine weitere Kulisse in den Film einbauen wollte.

Die Effekte überzeugen zum Großteil, vor allem die Raumschlachten sind eine Augenweide. Weniger gelungen ist die Darstellung von Snoke, der dieses Mal nicht als Hologramm, sondern in Person zu sehen ist. Zu künstlich wirkt die Animation seiner Bewegungen und seiner Gesichtszüge, wodurch seine bedrohliche Aura untergraben wird. Der Auftritt eines anderen Charakters zeigt dafür umso mehr, dass praktische Effekte besser funktionieren können als MoCap-Aufnahmen. Die bereits in den Trailern zu sehenden Porgs kann man lieben oder hassen, zumindest besiegen sie keine besser ausgerüstete Streitmacht. Der Spoiler sei an dieser Stelle erlaubt.

Mehr als 30 Jahre nach der Schlacht von Yavin werden interstellare Massenvernichtungswaffen immer noch mit für den Gegner praktischen Schwachpunkten konstruiert. Haarspalter werden mit dem Film ihre Freude haben, dank diverser Plotlücken und Logikfehler. Ein wahrnehmbarer Ruck ging durch die Zuschauer, als Kylo Ren in den ersten zehn Minuten von Das Erwachen der Macht einen Blaster-Schuss in der Luft stoppte.

In Die letzten Jedi wird dies nicht nur getoppt, sondern es gibt gleich mehrere solcher Szenen. Stellenweise bekommt man den Eindruck – um eine Analogie aus dem Gaming-Bereich zu bemühen – als hätten die Charaktere den God Mode aktiviert. Kunststücke dieser Art kennt man eher aus dem Expanded Universe, im etablierten Kanon der bisherigen Filme stechen sie hingegen deutlich hervor.

Nach Das Erwachen der Macht und Rogue One beweist Lucasfilm mit Die letzten Jedi, dass man mit den neuen Filmen einen Plan verfolgt und sich der schwerwiegenden Aufgabe bewusst ist. Die achte Episode liefert Antworten auf manche offene Frage aus dem Vorgänger, andere bleiben weiter ein Geheimnis.

Rian Johnson leistet grundsolide Arbeit, wahrscheinlich sogar besser als J.J. Abrams und liefert neue "Wow!"-Momente und Diskussionsstoff für Fans. Wenn schließlich nach gut zweieinhalb Stunden Laufzeit die Credits laufen, verlässt man mit dem Verlangen nach Mehr den Kinosaal. Auf einmal wirken zwei Jahre Wartezeit wieder verdammt lang.

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