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World of Warcraft - Die Vergänglichkeit eines Urgesteins

Von Katharina Heitmann - Artikel vom 15.04.2016 - 11:24 Uhr
World of Warcraft Screenshot

Offizielle Vanilla Server als Chance oder Problem?

Blizzard ist ein Unternehmen und damit natürlich gewinnorientiert. Dementsprechend stellen sich bei den Forderungen um offizielle Vanilla Server die Fragen nach Aufwand und Kosten-Nutzen-Abdeckung. Führt man sich den Aufwand vor Augen, der hier betrieben werden müsste, so wird schnell klar, dass andere Server keine Option sein werden, solange man noch genügend Spieler verzeichnen kann.
Mit offiziellen Servern für jede Erweiterung würde sich die Spielergemeinschaft in mehrere Teile splitten. Dazu kommt, dass sich Nutzer von privaten Servern darüber bewusst sind, dass sie es mit der Arbeit von Privatpersonen zu tun haben und nicht von einem Unternehmen. Jeder der offiziellen Server zu alten Erweiterungen bräuchte also Mitarbeiter, Investitionen und Betreuung, um den Standard zu halten, den die Community gewohnt ist. Kosteneffizienz sieht anders aus.
Für Blizzard stellt sich außerdem die Frage nach der Langzeitmotivation auf alten Servern, oder ob man die Spieler vielleicht nur kurzfristig halten könnte, bevor sie sich wieder dem aktuellen World of Warcraft zuwenden würden. Weil es sie eben in die Komfortzone zurückzieht.

Was außerdem viele zu vergessen scheinen: Die Anfänge von World of Warcraft sind mittlerweile fast zwölf Jahre her und auch die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umstände haben sich geändert. Es existiert immer mehr Zeitdruck, beruflich und privat, der Stress nimmt zu. Vielen würde schlicht und einfach die Freizeit fehlen für ein Spiel wie Vanilla WoW. Denn hat man nach einem anstrengenden Arbeitstag wirklich noch Lust auf das Farmen von Kräutern für die Fläschchen fürs Raiden? Fast alles war enorm aufwendig, allein um von Stufe 1 auf 60 zu kommen brauchte man durchschnittlich etwa zehn Tage Spielzeit. Gold war Mangelware, alles wurde mühsam erfarmt. Es gab keine Tools für eine automatische Gruppensuche und man wurde auch nicht zu den Instanzen oder Raids geportet. Auf ein Schlachtfeld hat man gut und gerne mal eine Stunde warten müssen und eine so ausgeglichene Klassenwahl wie heute gab es auch nicht. Generell waren Paladine eigentlich nur zum Buffen da - außer Leeroy Jenkins, der war für den Kampfrausch zuständig. Alle Klassen hatten zudem eine enorme Auswahl an Fähigkeiten, die sie individuell und unverkennbar machten. Auch mit der kommenden Erweiterung World of Warcraft: Legion sieht es allerdings leider so aus, als würde Blizzard weiter hiervon abrücken.

Aber: Ohne die Änderungen, die World of Warcraft durchgemacht hat, wäre es jetzt wahrscheinlich nicht mehr existent.

Eine Alternative wäre die Akzeptanz von Fan-Projekten, wie es bei Everquest der Fall ist. Bei dem Online-Rollenspiel gibt es seit einiger Zeit das Project 1999, das den Spielern die Ursprungsversion zurückbringt. Würde Blizzard Server freigeben, auf denen jeweils eine Erweiterung laufen würde, so wäre dies einerseits eine Berücksichtigung der Wünsche der Community und andererseits ein Schulterschluss mit den Teams der Privatserver, der dem Unternehmen einiges an Anerkennung bringen könnte.

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